OTTO JUNGWIRTH - EIN ÖSTERREICHISCHER MALER
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Biografie

Nach einer Phase der Wegsuche und Auseinandersetzung mit Kubismus sowie Kontroverse zum Aktionismus beschäftigt sich der Wiener Maler Otto Jungwirth ab 1963 mit den Themen Stadt, Menschen in ihr und nahes Umfeld. Schnelle, spontane Kleinskizzen und größere Zeichnungen sind Ausgangspunkt für Aquarelle, Temperabilder und Ölbilder.

Am ehesten einzuordnen ist Otto Jungwirth als expressiver Gegenständlicher mit sozialem Blickwinkel. Den Anonymen rund um ihn, die er beobachtet, will er Gesicht und Ausdrucksgebärde in den Bildern geben, in einer ruhigen, unaufgeregten Art. Oft sind Menschen, die ihm in den Öffis gegenüber sitzen, sein Thema.

Biografische Daten

1933 geboren in Wien, verheiratet seit 1956, verwitwet seit 2015, 3 Kinder, 4 Enkel, 1 Urenkel
1953-57 Akademie der Bildenden Künste Wien
1953-93 Pflichtschullehrer in Wien
Ausstellungen seit 1960 im In- u. Ausland, Mitglied der Wiener Sezession

Ausstellungen

1960 Junge Generation, Börseplatz Wien, mit Adolf Frohner
1965 Galerie Würthle, Wien
1966, 1973, 1980, 1982, 1987, 1988 Galerie Hämmerle, Götzis
1970 Secession Wien, Club Galerie
1975, 1981 Galerie auf der Stubenbastei, Wien
1979 Zentralverein der Wiener Lehrer
1983 Rathausgalerie Brixen, Italien
1994 Kleine Galerie, Wien 8
1998 Stift Seitenstetten
2000, 2003 Galerie neunzendorf, Zendorf, OÖ
2005 Strozzigasse, Wien 8
2008 Stift Seitenstetten
2011/2012 Galerie KONTUR, 1160 Wien
2013 Galerie neunzendorf, Zendorf, OÖ
2014 Kneippkurhaus Unternberg, Purgstall / Erlauf
2016 Galerie KONTUR, 1160 Wien

 

Beteiligungen

1964-1968 thematische Ausstellungen Galerie Würthle, Wien
1966-1993 Galerie Hämmerle, Götzis, Vorarlberg
1973 KON, Zentralsparkasse: Stadtbild 1972
1979 Sezession
1987 Hochschule für künstlerische Gestaltung, Linz (zum 70. Geburtstag von Prof. Heimo Kuchling)
1993 Grebmer & Freunde, Palais Liechtenstein, Feldkirch
1991, 1996, 2007 Stift Seitenstetten, Themenausstellungen
2005 "Auf schwankendem Grund", Palais Liechtenstein (zum Gedächtnis an die Galerie Hämmerle), Feldkirch
2007 mit Dhia Aldin Shamari galerie museum, Einöde bei Treffen
2010 Galerie KONTUR, 1160 Wien

Bucherwähnungen

"Expressionismus in Österreich", Berghaus Verlag 1981
"Auf schwankendem Boden" -- Geschichte der Galerie Hämmerle, Götzis 1962-1993, Hrsg. Hugo Ender u. Willibald Feinig

einige Werke in öffentlichem Besitz, in der Sammlung des Stiftes Seitenstetten und in Privatbesitz


Würdigung von Erich Ess, emeritierter Prof. d. Kunsthochschule Linz

Anlässlich einer privaten Ausstellung im Dez. 2002 mit dem Titel "Zeitgemäße Zeitlosigkeit"

"Wie konnte sich ein Maler wie Otto Jungwirth in eine Zeit verirren, für die sein unter schwierigsten Bedingungen geschaffenes Lebenswerk bloß "unzeitgemäß" ist, wie ihm Galerien und "Experten" bestätigen? Im Sinne derer, die "Zeit" als Diktat verstehen, ist er tatsächlich unzeitgemäß. Umso wertvoller ist er denen, die ein Bedürfnis nach einer ethisch fundierten Überzeugung, nach einem ursprünglichen künstlerischen Ausdruck, nach einer unbestechlichen Antwort auf den Zustand der Welt haben. Die banalsten Dinge und Ereignisse scheinen ihm recht zu sein für lebenslange Auseinandersetzung -- nur dass sie für ihn nicht banal sind, nicht getrennt von einem Ganzen, in dem sie Bedeutung haben. Auch wenn nur er es ist, der ihnen durch seine Zuwendung und durch seine Malerei Bedeutung gibt.

Mittelpunkt seines Interesses, seiner Betrachtung, seiner Darstellung ist der Mensch -- selbst dann, wenn er eine menschenleere Landschaft malt oder den verlassenen Winkel eines Wiener Grätzels, in dem man die verblassende Aura der von der Zeit und vom Fortschritt vergessenen noch spürt. Otto Jungwirth ist der, der sich in seiner Malerei um dieses Vergessenen kümmert, da sie für ihn etwas Lebendiges, zu Respektierendes, Darzustellendes sind. Ihnen setzt er ein Denkmal in einer hoch differenzierten Malerei, in deren Entwicklung er die Kraft seines Lebens gesteckt hat, seine Überzeugung, seinen Idealismus -- alles, was er hat und was er ist. Allein durch diese Haltung ist er eine einmalige Erscheinung in einer Zeit, die nichts unentdeckt lässt, alles ans Licht zerrt, und trotzdem an einem wie ihm vorübergeht. Das heißt nicht, dass Otto Jungwirth als Maler auf verlorenem Posten steht, dass sein Werk vergeblich ist. Auch wenn es für viele noch im Dunkeln bleibt, ist er doch sichtbar für die, die für das Licht der Wahrhaftigkeit ein Auge haben. Ich bin froh, zu diesen zu gehören."